Einige historische Orte

im Tessin

Einige historische Orte im Tessin

Baptisterium von Riva San Vitale

Das dem heiligen Johannes geweihte Baptisterium in Riva San Vitale, ist von wesentlicher Bedeutung für die Geschichte des christlichen Glauben in der Schweiz.

Es handelt sich um das älteste gebliebene frühchristliche Bauwerk in der Schweiz. Das Baptisterium wurde vermutlich im 5. Jahrhundert erbaut. Es weist einen achteckigen, in eine rechteckige äussere Form eingefügten Grundriss auf und steht an der Stelle eines noch älteren Gebäudes, das seinerseits den Platz eines römischen Bauwerks (Villa oder Therme) eingenommen hat.

Als Baumaterial wurde hiesiger Stein verwendet.

Die Taufkirche blieb sehr lange Zeit auf drei Seiten von andern Gebäuden verdeckt. Erst 1919, nach langen Studien und Nachforschungen, wurde die Kirche freigelegt und eine erste Restaurierung vorgenommen, der 1955 eine zweite folgte.

Taufbecken

Im Innern wird ein seltenes achteckiges Becken für die Wassertaufe samt den dazu gehörigen Stufen und dem Abfluss (der Bronzehahn ist auf der Südseite sichtbar) aufbewahrt. Das alte Taufbecken wird von einem monolithischen Taufstein überlagert. Die Taufe durch Untertauchen ist im 9./10. Jahrhundert abgeschafft worden.
In den halbrunden Nischen, die in die Wände eingelassen und an den Säulen angebracht sind, sind zahlreiche Spuren wertvoller romanischer Fresken des 12. Jahrhunderts zu sehen, bei einigen davon lassen sich überlagernde Schichten erkennen. Die neusten Malereien sind im 17. Jahrhundert entstanden. In der Nische links der kleinen Apsis befindet sich eine Darstellung des Jüngsten Gerichts. Oben, umgeben von einem mandelförmigen Heiligenschein, der majestätische Christus, der die Guten von den Bösen scheidet. In der Nische auf der linken Seite ist die Geburt Jesu dargestellt.

Die Taufkirche erreichen

Um von Capolago her die Taufkirche zu erreichen, überquert man den Dorfplatz, fährt nach links weiter in Richtung Rancate und man gelangt so zur Pfarrkirche San Vitale. Vom Kirchplatz aus durchqueren wir den Laubengang und betreten den Hof. Riva San Vitale zählt wenig mehr als 2200 Einwohner, verfügt aber über wertvolle archäologische Funde wie die Fossilien vom Monte San Giorgio und Zeugnisse der Geschichte wie die Kirche Santa Croce.
Der Ursprung der Ortschaft geht auf einen römischen Vicus zurück. Riva San Vitale war wohl Endpunkt einer Römerstrasse, die Mailand und Bellinzona verbunden hat, über Varese und Ponte Tresa führte und eine Alternative zu grossen Transitwegen bildete.

Sant’Ambrogio Kirche in Ponte Capriasca

Diese Kirche birgt ein besonderes Kunstwerk: die wohl beste Kopie des Wandbild “Das Abendmahl” von Leonardo da Vinci.

Die Kopie wurde in den Jahren zwischen 1547 und 1558, von einem Schüler Leonardos geschaffen.

Gemäss der Schutzherrschaft der Kirche gehörte der Pfarrbezirk dem Erzbistum Mailand an. Der heutige Bau wurde über dem Grundriss eines Kreuzes erstellt und erhielt einen halbrunden Chor.
Das Werk entstand im Jahr 1835. Der romanische Ursprung des Kirchturms ist an den drei unteren Stockwerken mit ihren Einzel- und Doppelbogenfenstern zu erkennen. Der Turm wurde vermutlich im 17. oder 19. Jahrhundert erhöht.

Die Pfarrkirche Sant’Ambrogio ist südlich vom Dorf gelegen.

Malcantone : Gold- und Eisenminen erforschen

Mitte 19. Jahrhundert brach im Malcantone das Goldfieber aus.

Die glitzernden Steine, die man teilweise heute noch in den Bachbetten der Region findet, beflügelten die Phantasie der verarmten Bevölkerung. Nicht nur mittellose, sondern auch wohlhabende Tessiner glaubten an den grossen Reichtum:

Im Malcantone sind grosse Vorkommen von Edelmetallen zu verzeichnen. In der Tat findet man hier Naturgold, wie dies nicht einmal in den Minen in Peru verkommtschrieb ein gewisser Carlo Visconti im Jahr 1858

Gold kommt im Malcantone in Arsenpyrit-Erzen vor. Mehrere kleine Schurfe sind bekannt, die bis ins Mittelalter zurückgehen.

Im Malcantone wurde vor 150 Jahren eine metallhaltige Ader entdeckt und verfolgt.
Aus den unzähligen Löchern, die bis 1934 in dieser Region gegraben wurden, liessen sich aber leider nie mehr als ein paar Gramm Gold bergen: eine Analyse ergab 12 Gramm Gold auf eine Tonne Gestein.

Früher wurden in dieser Region auch Erze abgebaut, die man in Hammerschmieden verarbeitete. Dieser Erwerbszweig ist aber schon längst ausgestorben, und doch sind einige Minen, Schmieden und Mühlen erhalten geblieben und können heute noch  z.B. auf der Wanderroute «Sentiero delle Meraviglie» besichtigt werden.

Kommen sie mit, und folgen Sie uns auf dem „Weg der wunderbaren Dinge“!

Denn hier führen  die erhaltenen Stollen tief in das innerste der Erde.
Wir betreten sie nicht, denn es ist gefährlich, ziemlich niedrig, und möglicherweise würden Fledermäuse auf uns warten.

Offiziell wurde bis 1919 nach Gold geschürft, aber wir sehen staunend einem Goldwäscher zu, der seine geröllgefüllte Goldwäscherpfanne im Bach hin- und herschwenkt. Da muß doch was zu finden sein! Und tatsächlich, wir finden vor dem Baglioni-Stollen auch glitzerndes Gold. Bei näherem Hinsehen erweist es sich aber als Katzengold, Pyrit nennt es der Fachmann.

Wir vermuten, die Ausbeute des Mannes im Fluss ist auch nicht viel besser, dafür finden wir den Beweis: Die Ehefrau des eifrigen Goldwäschers sitzt im Schatten eines Kastanienbaumes und liest ein Buch.
Sicherlich hätte sie sonst mitgeholfen zu schürfen, oder tut sie es nur zur Tarnung um uns zu täuschen? Wir werden uns einmal umhören, wo man Goldwäscherpfannen kaufen kann…