Bärlauch – das Gratis-Wunder in unseren Wäldern

Was ist Bärlauch?

Der Verwandte von Knoblauch, Zwiebel und Schnittlauch (der übrigens im Paladina-Garten überall wächst) mit den sternförmigen weißen Blüten war schon bei den Römern, Germanen und Kelten als Gewürz- und Heilpflanze bekannt. Bärlauch hat mehrere Bezeichnungen – fachsprachlich Allium ursinum, im Volksmund auch Waldknoblauch, wilder Knoblauch, Zigeunerwurzel und Hundsknofel. Warum er nach dem Bären (Ursinum) benannt ist? Vermutlich, weil Braunbären ihn gern nach dem Winterschlaf fressen, um schnell wieder zu Bärenkräften zu gelangen. Vielleicht auch, weil er genau wie der Bär nach seinem Winterschlaf Sinnbild für das erwachende Leben im Frühling ist. Die Germanen waren jedenfalls der Überzeugung, dass der Bär dieser Pflanze seine Kraft und Fruchtbarkeit verdankt.

Frischer Bärlauch für die Gesundheit

Frischer Bärlauch enthält viel Vitamin C, ätherische Öle und weitere Inhaltsstoffe wie Magnesium und Eisen. Er ist dadurch mindestens so gesund wie sein Verwandter, der Knoblauch, ohne allerdings den Körpergeruch zu beeinflussen. Bärlauch ist wirksam gegen Gärungsprozesse im Darm, bei damit verbundenen Blähungen und krampfartigen Schmerzen. Er wirkt appetitanregend, galletreibend, cholesterinsenkend und gefäßerweiternd. Die Hauptanwendungen sind Magen- und Darmstörungen, Appetitlosigkeit und Schwächezustände. Generell kräftigt Bärlauch den Körper und soll zur Entschlackung beitragen. Solche und andere Tipps erfahren Sie in unseren Gesundheitswochen im Paladina.

Bärlauch: Vorsicht vor Verwechslungen

Wenn die Frühjahrstage im Tessin bereits im März und in der Deutschschweiz erst im April sonniger und zunehmend wärmer werden und die Pflanzen……ihren charakteristischen Duft verströmen, beginnt die Bärlauch-Saison. Trotz des knoblauchähnlichen Geruchs wird die Pflanze von Sammlern immer wieder mit giftigen Doppelgängern verwechselt – mit möglicherweise tödlichen Folgen. Die jungen Blätter des Bärlauch ähneln denen vom giftigen Maiglöckchen (Convallaria majalis) und der sehr giftigen Herbstzeitlose (Cholchicum autumnale). Besonders in den Monaten April und Mai häufen sich in ganz Europa, vor allem in Österreich, der Schweiz und Kroatien, aber auch in Deutschland die Vergiftungsfälle.

Bärlauch ernten

Bärlauch wächst in krautreichen, schattigen und nährstoffreichen Laub- und Mischwäldern, Wiesen und Parkanlagen, an Bachläufen und Auwäldern. Im zeitigen Frühjahr treiben aus den kleinen Zwiebeln zwei saftig grüne, lanzettförmige Blätter, die mit ihrem aromatischen Geschmack in der Küche vielseitig verwendbar sind, aber auch gesundheitsfördernde Wirkung besitzen. Erntezeit ist vom Erscheinend er Blätter (etwa Mitte März) bis zum Aufbrechen der Blütenknospen. Danach wird der Geschmack sehr streng und unangenehm. Bärlauch muss frisch verwendet werden. Sind Sie also unterwegs, legen Sie die geernteten Blätter am besten in einen durchsichtigen Tiefkühlbeutel, in dem sich einige tropfen Wasser befinden. Blasen Sie den Beutel auf und verschließen Sie ihn dann. So überstehen die empfindlichen Blätter nicht nur Ihre Wanderung, sondern danach noch einige Stunden im Gemüsefach des Kühlschranks.

Bärlauch erkennen

Besonders häufig wird Bärlauch mit dem Maiglöckchen verwechselt, das ähnliche Blätter hat. Hauptunterschied: Die Blattunterseite der Bärlauchblätter schimmert leicht metallisch grün, die des Maiglöckchens frisch grün. Einfacher ist die Geruchsprobe: Tritt beim Zerreiben des Blattes zwischen den Fingern nicht der typische knoblauchartige Geruch auf, sollte man die Pflanze lieber stehen lassen (und die Hände sofort gründlich reinigen). Dieser Test ist allerdings nur dann aussagekräftig, wenn Ihre Finger nicht schon den Knoblauchgeruch von einer vorherigen Probe angenommen haben.

Bärlauch-Sammler sollten also die Pflanze mit all ihren Merkmalen gut kennen, um sie sicher von den Doppelgängern unterscheiden zu können. Für diejenigen, die lieber auf Nummer sicher gehen: Immer mehr Gemüsehändler bieten Bärlauch an, der aus kontrollierten Kulturen stammt. Außerdem besteht die Möglichkeit, Pflanzen, Samen oder Zwiebeln im Fachhandel zu erwerben und sie dann auf der Fensterbank oder im Garten selbst anzubauen (unter Bäumen, Sträuchern und Hecken) und gegebenenfalls einfrieren zu können.

Feines Frühlingsrezept mit Bärlauch gefällig? Oder interessieren Sie sich für eine Gesundheitswoche im März?